Finanzhaus Südbaden

Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot

Kurze Antworten auf die Fragen, die am häufigsten gestellt werden. Ausführlicher wird es im Wissensbereich.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist die Nachfolge der Riester-Rente. Ab dem 1. Januar 2027 kannst du damit staatlich gefördert in Aktien, Fonds und ETFs für das Alter sparen — anders als bei Riester ohne Pflicht zur Beitragsgarantie und mit gesetzlich gedeckelten Kosten.

Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot?

Die neuen Produkte kommen zum 1. Januar 2027 auf den Markt. Das Gesetz wurde am 27. März 2026 vom Bundestag beschlossen, der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu.

Wie hoch ist die Förderung?

Der Staat zahlt 50 Cent je Euro Eigenbeitrag bis 360 Euro im Jahr und 25 Cent je Euro für die Beiträge darüber bis 1.800 Euro. Damit sind maximal 540 Euro Grundzulage im Jahr möglich. Dazu kommen 300 Euro pro Kind und Jahr sowie einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus für alle, die vor Vollendung des 25. Lebensjahres abschliessen.

Wie viel muss ich einzahlen, um die volle Grundzulage zu bekommen?

1.800 Euro im Jahr, also 150 Euro im Monat. Dann erhältst du die maximale Grundzulage von 540 Euro — das entspricht 30 Prozent deines Eigenbeitrags.

Gibt es eine Mindesteinzahlung?

Ja. Unter 120 Euro im Jahr, also 10 Euro im Monat, entsteht überhaupt kein Zulagenanspruch.

Wie funktioniert die Kinderzulage?

Für jeden eingezahlten Euro gibt es einen Euro Kinderzulage, maximal 300 Euro pro Kind und Jahr. Rechnerisch reichen dafür 25 Euro Eigenbeitrag im Monat je Kind. Anders als bei Riester spielt das Geburtsjahr des Kindes keine Rolle mehr.

Wie lange wird die Kinderzulage gezahlt?

Die Kinderzulage ist an die Zahlung des Kindergeldes gekoppelt. Sie läuft also grundsätzlich bis zum 18. Geburtstag des Kindes — und weiter bis höchstens zum 25. Geburtstag, solange das Kind sich in Ausbildung oder Studium befindet und deshalb Kindergeld gezahlt wird. Danach bleibt die Grundzulage, die Kinderzulage entfällt.

Was passiert mit meinem bestehenden Riester-Vertrag?

Er läuft weiter. Es gibt Bestandsschutz, keine automatische Kündigung und keine Zwangsumwandlung. Du kannst freiwillig in die neue Fördersystematik wechseln, ohne bereits erhaltene Zulagen zurückzahlen zu müssen. Neue Riester-Verträge nach altem Modell sind ab 2027 nicht mehr möglich.

Muss ich vom Riester-Vertrag ins Depot wechseln?

Nein. Ob ein Wechsel sinnvoll ist, hängt unter anderem von den Kosten deines Altvertrags, der Restlaufzeit und deinem Bedürfnis nach Garantien ab. Das lässt sich nur im Einzelfall beurteilen.

Ist mein Geld im Depot garantiert?

Das hängt vom gewählten Produkt ab. Es wird drei Varianten geben: ein Depot ohne Garantie, ein Produkt mit 80-prozentiger Beitragsgarantie und eines mit 100-prozentiger Garantie. Ohne Garantie sind die Renditechancen höher, Kursverluste aber möglich.

Was kostet das Altersvorsorgedepot?

Beim Standarddepot sind die Effektivkosten gesetzlich auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr begrenzt. Über 40 Jahre macht der Unterschied zwischen niedrigen und hohen Kosten leicht einen fünfstelligen Betrag aus.

Wann und wie wird ausgezahlt?

Frühestens ab dem vollendeten 65. und spätestens ab dem vollendeten 70. Lebensjahr. Möglich sind eine lebenslange Rente oder ein Auszahlplan, der mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr läuft. Zu Rentenbeginn kannst du bis zu 30 Prozent des Vermögens auf einmal entnehmen.

Wie wird das Depot besteuert?

Nachgelagert: In der Ansparphase bleiben die Erträge steuerfrei, versteuert wird erst die Auszahlung im Ruhestand mit deinem persönlichen Steuersatz. Für die individuelle steuerliche Bewertung ist ein Steuerberater zuständig.

Kann ich mehr als 1.800 Euro im Jahr einzahlen?

Ja, Einzahlungen sind bis 6.840 Euro im Jahr möglich. Zusätzliche Zulagen gibt es oberhalb von 1.800 Euro allerdings nicht mehr. Bis zu 2.340 Euro können ohne Kinder als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für mich?

Das hängt von deiner Situation ab — Familien mit Kindern und Berufseinsteiger erreichen die höchsten Förderquoten. Dieses Portal informiert über die gesetzlichen Regeln; eine individuelle Beratung ersetzt es nicht.

Rechtsstand: 13.07.2026. Die Antworten geben die gesetzliche Regelung wieder und ersetzen keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

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