Frühstartrente und Altersvorsorgedepot: was der Referentenentwurf vorsieht
Das BMF hat einen Referentenentwurf zur Frühstartrente vorgelegt: 10 Euro monatlich für Kinder, Überführung ins Altersvorsorgedepot mit 18. Was belegt ist – und was nicht.
Der Bundestag hat die Reform am 27. März 2026 beschlossen, der Bundesrat am 8. Mai 2026 zugestimmt. Ab dem 1. Januar 2027 gibt es die geförderte private Altersvorsorge im Depot — und keine neuen Riester-Verträge mehr. Hier stehen alle Regeln, die bereits feststehen.
Das Altersvorsorgedepot ist die Nachfolge der Riester-Rente. Statt in Versicherungsverträge mit Beitragsgarantie sparst du in ein Depot mit Aktien, Fonds und ETFs — mit staatlicher Förderung, aber ohne die Pflicht, jeden eingezahlten Euro zu garantieren.
Genau diese Garantiepflicht war der Konstruktionsfehler von Riester: Wer 100 Prozent der Beiträge garantieren muss, kann kaum in Aktien investieren und landet zwangsläufig bei Anleihen mit magerer Rendite. Die Reform kehrt das um. Der Preis dafür ist ehrlich benannt: In der garantiefreien Variante kann dein Depot auch im Minus stehen.
Neben dem Depot ohne Garantie wird es zwei Produkte mit Absicherung geben — eines mit 80-prozentiger und eines mit 100-prozentiger Beitragsgarantie. Mehr dazu im Beitrag Was kommt ins Depot?
Der Staat fördert deine Einzahlungen auf drei Wegen:
Unter 120 Euro im Jahr entsteht gar kein Zulagenanspruch. Nach oben sind Einzahlungen bis 6.840 Euro im Jahr möglich — zusätzliche Zulagen gibt es oberhalb von 1.800 Euro aber nicht mehr. Bis zu 2.340 Euro lassen sich ohne Kinder als Sonderausgaben geltend machen; welcher Weg günstiger ist, prüft das Finanzamt automatisch.
Sparrate, Alter und Kinder eingeben — der Rechner zeigt dir Zulagen, Förderquote und den möglichen Depotwert mit 67. Kostenlos, ohne Anmeldung, die Eingaben verlassen deinen Browser nicht.
Zum FörderrechnerBeim Standarddepot sind die Effektivkosten gesetzlich auf maximal 1 Prozent pro Jahr begrenzt. Das klingt nach einer Nebensache, entscheidet über Jahrzehnte aber über einen fünfstelligen Betrag — die Rechnung dazu steht im Beitrag Maximal 1 % Kosten.
Vor Beginn der Auszahlungsphase wird das Vermögen automatisch aus dem chancenreicheren in ein sicheres Anlageprodukt umgeschichtet. Du musst den Ausstieg also nicht selbst timen.
Ausgezahlt wird frühestens ab dem vollendeten 65. und spätestens ab dem vollendeten 70. Lebensjahr. Zur Wahl stehen eine lebenslange Rente und ein Auszahlplan, der mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr laufen muss. Zu Rentenbeginn kannst du bis zu 30 Prozent des Vermögens auf einen Schlag entnehmen.
In der Ansparphase bleiben deine Erträge steuerfrei; versteuert wird erst die Auszahlung im Ruhestand. Was das konkret bedeutet, steht unter nachgelagerte Besteuerung.
Nichts passiert automatisch. Bestehende Riester-Verträge geniessen Bestandsschutz, laufen weiter und werden weder gekündigt noch zwangsumgewandelt. Du kannst freiwillig in die neue Fördersystematik wechseln, ohne bereits erhaltene Zulagen zurückzahlen zu müssen.
Ob sich das lohnt, hängt von den Kosten deines Altvertrags, der Restlaufzeit und deinem Bedürfnis nach Garantien ab. Die Entscheidungskriterien haben wir in Alten Riester-Vertrag behalten oder wechseln? zusammengestellt — eine pauschale Antwort gibt es nicht.
Das Gesetz ist beschlossen, die Produkte sind es nicht. Welche Anbieter mit welchen Depots, welchen Anlagestrategien und welchen konkreten Kosten an den Start gehen, entscheidet sich erst im Lauf des Jahres 2026. Auch Details der Verwaltungspraxis — etwa zur Zuordnung der Kinderzulage — sind noch offen. Wir aktualisieren diese Seite, sobald es Neues gibt.
Rechtsstand: 13.07.2026. Quellen: Bundesfinanzministerium (FAQ zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge), Bundesregierung, Deutscher Bundestag. Diese Seite informiert über die gesetzliche Neuregelung und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
Das BMF hat einen Referentenentwurf zur Frühstartrente vorgelegt: 10 Euro monatlich für Kinder, Überführung ins Altersvorsorgedepot mit 18. Was belegt ist – und was nicht.
Riester und Altersvorsorgedepot im Unterschied: Ab 2027 gibt es keine neuen Riester-Verträge mehr. Was das neue Depot besser macht – und was du verlierst.
Die Zulagen beim Altersvorsorgedepot laufen über eine Staffel: 50 Cent, dann 25 Cent je Euro. Mit Rechenbeispielen bei 50, 100, 150 und 200 € im Monat.
Die Kinderzulage im Altersvorsorgedepot: 1 Euro Zulage je eingezahltem Euro, bis 300 € pro Kind. Mit 25 € im Monat je Kind schöpfst du sie voll aus.
Der Berufseinsteigerbonus bringt dir einmalig 200 € ins Altersvorsorgedepot – aber nur bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag. Was das langfristig bedeutet.
Riester-Vertrag wechseln 2027 oder behalten? Bestandsschutz, Wechselkosten und die entscheidenden Kriterien im Überblick – sachlich erklärt, ohne Pauschalurteil.
Altersvorsorgedepot vs. ETF-Sparplan: Förderung und Steuerstundung gegen Flexibilität. Der ehrliche Vergleich mit Tabelle – beide Seiten, ohne Verkaufsmasche.
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Altersvorsorgedepot für Familien: 50 € im Monat, zwei Kinder, 840 € Zulage vom Staat. Die Rechnung Schritt für Schritt – plus Varianten für 1 und 3 Kinder.
Standarddepot Kosten: Der Gesetzgeber deckelt die Effektivkosten auf 1,0 % pro Jahr. Was das über 40 Jahre Sparzeit konkret bedeutet – mit Rechenbeispiel.
Altersvorsorgedepot Auszahlung: ab 65, spätestens mit 70. Auszahlplan bis 85, lebenslange Rente, 30 % Einmalentnahme – alle Regeln verständlich erklärt.
Altersvorsorgedepot Steuer: In der Ansparphase fällt keine Abgeltungsteuer und keine Vorabpauschale an. Versteuert wird erst die Auszahlung – so funktioniert das.
Altersvorsorgedepot und Sonderausgaben: Wie du bis zu 2.340 € im Jahr absetzt, wie die Günstigerprüfung des Finanzamts funktioniert und wer davon profitiert.
Altersvorsorgedepot und ETF: Warum die Beitragsgarantie fällt, was das für die Aktienquote bedeutet und welche drei Garantievarianten es ab 2027 gibt.
Mindesteigenbeitrag Altersvorsorgedepot: Warum 120 € im Jahr Pflicht sind, was bei 1.800 € passiert und wo bei 6.840 € Schluss ist. Alle Schwellen erklärt.
Ab 2027 gilt das neue Recht — bis dahin ändern sich Details, Anbieter und Konditionen laufend. Wir schicken dir eine Mail, wenn etwas Wichtiges passiert. Kein Spam, jederzeit abbestellbar.