600 € einzahlen, 1.440 € im Depot haben
Die Zahl vorweg, weil sie das Wichtigste ist: Eine Familie mit zwei Kindern, die 50 € im Monat ins Altersvorsorgedepot einzahlt, bekommt 840 € Zulage pro Jahr vom Staat.
Du zahlst 600 € ein. Im Depot landen 1.440 €. Die Förderquote liegt bei 140 % – der Staat legt also mehr drauf, als du selbst einzahlst.
Das ist kein Werbeversprechen, sondern das Ergebnis von zwei Rechenregeln. Wir gehen sie Schritt für Schritt durch, damit du sie selbst nachrechnen kannst.
Schritt 1: Die Grundzulage
Die Grundzulage ist gestaffelt. Sie belohnt die ersten Euros am stärksten:
- 50 Cent je Euro auf die ersten 360 € Eigenbeitrag im Jahr
- 25 Cent je Euro auf alles darüber, bis 1.800 € im Jahr
Bei 600 € Eigenbeitrag rechnest du also zweimal:
| Teil deines Eigenbeitrags | Satz | Grundzulage |
|---|---|---|
| erste 360 € | 50 Cent je Euro | 180 € |
| restliche 240 € | 25 Cent je Euro | 60 € |
| Summe | 240 € |
Die Grundzulage beträgt also 240 €. Sie hat mit deinen Kindern nichts zu tun – die kommt jetzt obendrauf.
Sparrate, Alter und Kinder eingeben — der Rechner zeigt dir Zulagen, Förderquote und den möglichen Depotwert mit 67. Kostenlos, ohne Anmeldung, die Eingaben verlassen deinen Browser nicht.
Zum FörderrechnerSchritt 2: Die Kinderzulage
Die Kinderzulage ist der eigentliche Grund für die hohe Quote:
- 1 € je eingezahltem Euro
- maximal 300 € pro Kind und Jahr
- unabhängig vom Geburtsjahr des Kindes
Um die volle Kinderzulage für ein Kind auszuschöpfen, brauchst du 300 € Eigenbeitrag im Jahr – das sind 25 € im Monat. Für zwei Kinder entsprechend 50 € im Monat.
Deine 600 € reichen also punktgenau für zwei volle Kinderzulagen:
- Kind 1: 300 €
- Kind 2: 300 €
- Summe Kinderzulage: 600 €
Schritt 3: Alles zusammen
| Position | Betrag |
|---|---|
| Dein Eigenbeitrag (50 € × 12) | 600 € |
| Grundzulage | + 240 € |
| Kinderzulage (2 × 300 €) | + 600 € |
| Staatliche Förderung gesamt | 840 € |
| Was jährlich im Depot landet | 1.440 € |
| Förderquote | 140 % |
Effektiv sparst du also 120 € im Monat an – bezahlst aber nur 50 €.
Die Varianten: Wie sich Kinderzahl und Sparrate auswirken
Jetzt wird es interessant. Denn mehr einzahlen heißt nicht automatisch bessere Förderquote. Sobald die Kinderzulage ausgeschöpft ist, greift nur noch die schwächere zweite Stufe der Grundzulage.
| Kinder | Rate/Monat | Eigenbeitrag/Jahr | Grundzulage | Kinderzulage | Förderung gesamt | Förderquote |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 25 € | 300 € | 150 € | 300 € | 450 € | 150 % |
| 1 | 50 € | 600 € | 240 € | 300 € | 540 € | 90 % |
| 2 | 25 € | 300 € | 150 € | 300 € | 450 € | 150 % |
| 2 | 50 € | 600 € | 240 € | 600 € | 840 € | 140 % |
| 2 | 100 € | 1.200 € | 390 € | 600 € | 990 € | 82,5 % |
| 2 | 150 € | 1.800 € | 540 € | 600 € | 1.140 € | 63,3 % |
| 3 | 50 € | 600 € | 240 € | 600 € | 840 € | 140 % |
| 3 | 75 € | 900 € | 315 € | 900 € | 1.215 € | 135 % |
Drei Beobachtungen, die du aus der Tabelle mitnehmen kannst:
1. Die höchste Quote liegt bei niedrigen Raten. 25 € im Monat bringen 150 % – weil beide Zulagenstufen dort am stärksten wirken.
2. Bei zwei Kindern und 25 € im Monat bleibt Geld liegen. Die Kinderzulage ist auf 300 € gedeckelt, weil dein Eigenbeitrag nur 300 € beträgt. Das zweite Kind bringt dir hier keinen Cent extra. Erst ab 50 € im Monat greifen beide Kinderzulagen voll.
3. Über 50 € im Monat sinkt die Quote deutlich. Bei 150 € im Monat sind es nur noch 63,3 %. Immer noch viel Geld – aber jeder zusätzliche Euro wird schwächer gefördert als die ersten.
Was Familien außerdem wissen sollten
- Mindesteigenbeitrag: Unter 120 € im Jahr (10 € im Monat) gibt es gar keine Zulage – auch nicht anteilig. Diese Schwelle ist hart.
- Maximaler Einzahlbetrag: Bis 6.840 € pro Jahr sind möglich. Für die Zulagen bringt alles über 1.800 € allerdings nichts mehr.
- Kein Riester-Vergleich nötig: Bei der neuen Kinderzulage spielt das Geburtsjahr des Kindes keine Rolle. Die alte Unterscheidung zwischen vor und ab 2008 geborenen Kindern entfällt.
- Steuerfreie Ansparphase: Erträge im Depot werden während der Ansparzeit nicht besteuert. Versteuert wird erst in der Auszahlung, nachgelagert mit deinem persönlichen Steuersatz.
- Bindung bis 65: Das Geld ist bis frühestens zum 65. Lebensjahr gebunden, spätestens ab 70 beginnt die Auszahlung. Für ein Familienkonto mit Zugriff ist das Depot der falsche Ort – dafür braucht ihr eine separate Rücklage.
Zwei Erwachsene, zwei Verträge?
Ob beide Elternteile jeweils einen eigenen Vertrag abschließen und wie die Kinderzulage dann zugeordnet wird, hängt von der konkreten Verwaltungspraxis ab. Dazu liegen uns noch keine belastbaren Angaben vor – die Produkte starten erst am 01.01.2027. Wir erfinden an dieser Stelle nichts und empfehlen, diesen Punkt vor einem Abschluss verbindlich klären zu lassen.
Wenn du die Kinderzulage im Detail verstehen willst, lies Kinderzulage: 300 € pro Kind. Und wenn du wissen willst, wie andere Lebenslagen abschneiden, hilft dir Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot. Deine eigene Rate kannst du direkt im Förderrechner durchspielen.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Kinder, 50 € im Monat: 840 € Zulage – 240 € Grundzulage plus 600 € Kinderzulage. Förderquote: 140 %.
- Die volle Kinderzulage (300 € pro Kind) erreichst du ab 25 € Eigenbeitrag pro Monat und Kind. Bei zwei Kindern also 50 €, bei drei Kindern 75 €.
- Ab etwa 50 € im Monat sinkt die Förderquote, weil die Kinderzulage ausgeschöpft ist und nur noch 25 Cent je Euro Grundzulage greifen. In absoluten Euro lohnt sich mehr Sparen trotzdem.
- Unter 120 € Eigenbeitrag im Jahr gibt es überhaupt keine Zulage – diese Untergrenze solltest du nie unterschreiten.
- Das Geld ist bis frühestens 65 gebunden. Baue zuerst eine frei verfügbare Rücklage auf, bevor du Geld langfristig festlegst.
Quelle
BMF: Fragen und Antworten zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge